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Beach-Head II - The dictator strikes back
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Aus C64-Wiki / Spielartikel Nr. 325
Entwickler     Bruce Carver, Roger Carver
Firma          Access Software
Publisher      U.S. Gold
Release        1985
Genre          Shoot'em Up
Spielmodi      1-2 Mehrfachspieler
Sprache        Sprache:englisch
Information    Das Spiel ist indiziert.
Vorgnger:     Beach-Head
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Beschreibung
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Guess who's back? Ja, Herrschaftszeiten, genau: der schurkige Dictator aus Beach-Head, den man zusammen mit seiner Festung doch vernichtet glaubte. Denkste!
Ein drehbuchgerechter Kamikazeangriff auf die Flotte der Alliierten und schon hat sich das Blatt wieder gewendet. Und: neben eines eindrucksvollen Pseudonyms ("The Dragon"...huiuiui!) hat sich der Phsewicht nun auch zwanzig alliierter Kriegsgefangener bemchtigt, die nun in seiner neuen und verbesserten Festung schmachten. Alles was dem hnenhaften alliierten Kommandanten "J.P. Stryker" (*chz!*) nun noch verbleibt um die armen G.I.s zu retten sind einige Hubschrauber und die gute alte handvoll Marines.

Soviel also zur grandiosen Hintergrundstory, die den Programmiererbrdern Bruce und Roger Carver, letzterer gab hier sein Debut, zu ihrem 1985 erschienen Nachfolger zu Beach-Head einfiel. Wieder gilt es aufeinander folgende Einzelmissionen durchzuspielen mit dem groen Unterschied allerdings, dass diesmal auch zwei Spieler gegeneinander antreten knnen.

Nachdem man den elendig langen Vorspann berstanden hat, der darauf besteht, dass man ihn in seiner ganzen Lnge anschaut, whrend die Hymne des U.S. Marine Corps frhlich aufspielt, beginnt die Qual der Wahl:

Es stehen jeweils drei Schwierigkeitsgrade (je hher desto mehr Punkte) fr den Einzel- und Mehrspielermodus zur Verfgung und es gibt zustzlich die Mglichkeit jede Mission zu bungszwecken einzeln anspielen zu knnen. Weitere Optionen sind das schon aus den Vorgngerspielen bekannte Einstellen der Filter, das Ansehen der fr beide Seiten getrennt gefhrten abspeicherbaren Highscoretabellen (mit Werbescroller!) sowie ein automatischer Demomodus.

Mge das Gemetzel beginnen:



LEVEL 1: ANGRIFF
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Der Eingang zum Lager wird von einer MG-Stellung verteidigt und "J.P. Stryker" sieht keine andere Mglichkeit als seine Mannen frontal gegen diese anrennen zu lassen. 32 Fallschirmspringer knnen nun per Feuerknopf aus dem bereitgestellten Transporthubschrauber abgeworfen werden, woraufhin sie automatisch hinter dem ersten Ring aus Mauern Deckung suchen. Der Sprung sollte aus nicht allzu niedriger Hhe stattfinden, da die "Fallis" so zwar schneller unten sind, dann aber eben auch nicht mehr recht aufstehen wollen. Maximal acht Mann passen hinter jede Wand, jeder dargestellt durch einen weissen Punkt. Es ist also darauf zu achten, dass man die Jungs gleichmig verteilt, denn jeder berschuss fhrt zu Desertation.

Wenn der Hubschrauber leer ist, fliegt er davon und der Sarge setzt mit dem Sample "Follow me, men!" als erster zum Sprung auf den zweiten Mauerring bzw. ins Soldatengrab an. Die Kanten der Mauern blinken abwechselnd auf und wenn der Feuerknopf gedrckt wird, erscheint an der Stelle ein Soldat, der dann durch entsprechende Joystickbewegung entweder nach links oder rechts geschickt werden kann.

Da das MG allerdings nicht unttig ist, beginnt nun ein wstes Massaker, bei dem weitere Samples, genauer gesagt Todesschreie, das Geknatter bertnen und MG-Garben das Erdreich mit dekorativen Einschlgen verzieren.

Sind alle Soldaten am zweiten Mauerring angekommen, kann der alliierte Spieler nun entweder links oder rechts einen Mann
ber die Mauer springen lassen, der computergesteuert versucht den unteren Spielfeldrand zu erreichen. Ein zweiter, joystickgelenkter
Marine kann dann, wenn sich das MG abgelenkt zeigt versuchen per Handgranatenwurf den Gegner auszuschalten. Dazu muss er sich
gefhrlich nahe an die feindliche Stellung heranbegeben und den mehrere Sekunden dauernden Wurf lebendig abschlieen.
Gelingt dies, gibt es eine kleine Feuerpause, damit sich die Verteidiger ein neues Maschinengewehr organisieren knnen.

Sollte es nicht ein einziger Angreifer schaffen sich am MG vorbeizumogeln, bricht das Spiel an dieser Stelle ab.
Ansonsten geht es mit dem nchsten Abschnitt weiter.


Punktevergabe:
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Alliierte 	
* 200 Punkte pro Marine der es erfolgreich zur ersten Mauer schafft
* 2000 Punkte pro Marine der es von der ersten zur zweiten Mauer schafft
* 3000 Punkte pro Marine der am MG vorbeikommt.
* 5000 Punkte fr die Zerstrung des MG 
	
Dictator
* 2500 Punkte pro getroffenen Marine der zur ersten Mauer rennt
* 3000 Punkte pro getroffenen Marine der von der ersten zur zweiten Mauer rennt
* 2500 Punkte pro getroffenen Marine der hinter der zweiten Mauer hervorkommt 



LEVEL 2: RETTUNG
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Die Alliierten haben sich des MGs bemchtigt und drehen den Spie nun um, indem sie das Kriegsgefangenenlager groflchig mit Deckungsfeuer einstreichen und dem Dictator mit ihren Einschusslchern die Fassade ruinieren. Derweil juckeln die zwanzig verwundeten Geiseln schn einer nach dem anderen von links kommend ber den Bildschirm in der Hoffnung den rechten Rand zu erreichen.

Ihres einzigen MGs beraubt sinnen die findigen Mannen des Dictators wiederum auf Abhilfe und schmeissen den Schwerverwundeten so ziemlich alles entgegen, was nicht niet- und nagelfest ist, darunter wundersame bewegliche Falltren und munitionslose Panzer.

Aufgabe des allierten Spielers ist es, die Angriffe der Schergen abzuwehren, whrend der Dictator mit allen Mitteln verhindern muss, dass irgendjemand seiner Gastfreundlichkeit entkommt. Der Dictator-Spieler hat in diesem Level die weitaus komplexere Aufgabe, denn er muss die vier zur Verfgung stehenden Angriffsmglichkeiten derart koordinieren, dass der alliierte MG-Schtze nicht mithalten kann.

Das Aufgebot des Dictators:
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* Leute, die auf dem Wehrgang der Festung stehen und Wackersteine auf die Geiseln werfen knnen. Diese werden mit Joystick oben-links und oben-rechts gesteuert. Der Stein wird mit Joystick nach oben und Feuerknopf geworfen. 

* Soldaten in einer Art beweglichen Falltr(???), die mit Joystick unten-links/unten rechts gelenkt und mit Joystick nach unten und Feuerknopf eine Tretmine vor die Fe der Gefangenen legen knnen. Diese Tretmine bleibt solange liegen, bis sie ausgelst, abgeschossen oder an anderer Stelle eine neue gelegt wird. 

* Panzer mit defektem Geschtzrohr oder keiner Munition (ja, was weiss ich denn?), aber der Fhigkeit humpelnde Geiseln zwischen ihren Ketten zermalmen zu knnen. Diese werden mit Joystick rechts und Feuer vom rechten Spielfeldrand ins Geschehen losgeschickt und fahren dann ganz stur nach links. Wenn sie jemanden berfahren hrt man doch glatt den Todesschrei aus Impossible Mission. Diese Panzer knnen nicht mehr losgeschickt werden, sobald sich der Gefangene bereits ca. 80% ber das Spielfeld bewegt hat. 

* Trucks, die mit Feuerknopf+Joystick nach links vom linken Spielfeldrand losgeschickt werden knnen und den Gefangenen abschieen, wenn sie ihn berholen sollten. Daher kann man sie erst herbeibeorden, sobald der Gefangene bereits ca. 20% des Spielfelds passiert hat. 


Der alliierte Spieler hat die Mglichkeit durch Beschu der drei Tren des Lagers die Bewegung des Gefangenen zu beschleunigen sowie durch das Anschieen des Gefangenen diesen zu verlangsamen. Weiterhin gibt dieser daraufhin per Sprachsample einen dezenten Hinweis dies doch bitteschn in Zukunft zu unterlassen.

Falls brigens nicht eine einzige Geisel gerettet wird, wird die anschlieende Fluchtsequenz bersprungen und das Spiel geht gleich mit Abschnitt 4 weiter.


Punktevergabe:
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Alliierte 	
* 200 Punkte pro abgeschossenen Feind (Falltr, Minen, Steinewerfer, Panzer oder Truck)
* 4000 Punkte pro Kriegsgefangenen der es schafft den rechten Spielfeldrand zu erreichen 

Dictator
* 6500 Punkte pro getteten Kriegsgefangenen 



LEVEL 3: FLUCHT
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Alle aus Abschnitt 2 geretteten Kriegsgefangenen werden nun in einen Fluchthubschrauber gestopft und mssen in Sicherheit geflogen werden. Das Ziel befindet sich am Ende eines in horizontaler Richtung nach oben zu durchfliegenden Parcours, der mit Bunkern und Geschtztrmen, sowie Panzern (die ganz urpltzlich auch wieder schieen drfen!) bestckt ist.

Eine kleine taktische Finesse hlt dieser Abschnitt im Zweispielermodus parat: Zunchst whlt der Dictator-Spieler insgeheim einen Schwierigkeitsgrad. Je hher der Schwierigkeitsgrad, desto schneller scrollt das Spielfeld und desto schneller bewegen sich und schieen die Feindkrfte. Der Dictator-Spieler erhlt Punkte fr die Zerstrung des Hubschraubers und der Gefangenen darin und zwar je mehr, desto leichter der gewhlte Schwierigkeitsgrad fr den Alliierten war (da es dann umso schwieriger fr den Dictator ist, den Hubschrauber zu erwischen). Umgekehrt erhlt der Alliierte mehr Punkte in hheren Schwierigkeitsgraden fr jeden ausgeflogenen Kriegsgefangenen. Die Prozedur wird solange wiederholt, bis alle Kriegsgefangenen entweder evakuiert oder tot sind.

Direkte Kontrolle hat der Dictator-Spieler in diesem Level lediglich ber die sporadisch auftauchenden Panzer, der Rest schiet planlos drauflos und stellt keine groen Hindernisse dar.
Bemerkenswert ist, dass der Alliierte zwei Versuche pro Level hat, seinen Auftrag zu erfllen und vor allem, dass es im Einzelspieler-Modus unmglich
ist den Dictator zu spielen, ein ganz schner Patzer!


Punktevergabe:
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Alliierte 	
* 200 Punkte pro abgeschossenen Radarturm und Haus
* 300 Punkte pro Bunker oder Geschtzturm
* 400 Punkte pro "Hpfmine"
* 700 Punkte pro abgeschossenen Panzer
* 1200 Punkte pro Rakete (erscheinen nur in Schwierigkeitsgrad 3)
* 735 Punkte (multipliziert mit dem vom Dictator gewhlten Schwierigkeitsgrad) pro evakuierter Geisel 
	
Dictator
* 3600 Punkte pro getteter Geisel in Schwierigkeitsgrad 1
* 2400 Punkte pro getteter Geisel in Schwierigkeitsgrad 2
* 1200 Punkte pro getteter Geisel in Schwierigkeitsgrad 3 



LEVEL 4: DUELL
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Zeit fr den finalen Showdon! Natrlich ist "J.P. Stryker" zurckgeblieben um den Dictator zum Kampf auf Leben und Tod zu fordern. Dieser whlt als Waffen spitze Stcke. Oder besser: Wurfhlzer, mit denen er auch netterweise sein Gegenber versorgt. Ausgetragen wird das Duell im unterirdischen Yachthafen des Dictators, wo sich die Gegner auf Planken gegenberstehen.

Das Duell dauert neun Runden, wobei ein Spieler eine Runde gewinnt, wenn es ihm gelingt den Gegner viermal zu treffen.

Geworfen wird mit dem Feuerknopf, eine Korrektur der Wurfbahn kann bei gleichzeitig nach oben unter unten gedrcktem Stick erwirkt werden. Mit einer Stickbewegung Richtung Wasser wird sich geduckt, in entgegengesetzter Richtung mehr oder weniger planlos rumgesprungen.


Punktevergabe:
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Alliierte 	
* 2000 Punkte pro Treffer
* 2000 Bonuspunkte fr den Sieger einer Runde
* 2000 "Blitz"-Bonuspunkte, falls man selbst nicht getroffen wurde. 
	
Dictator
* 2000 Punkte pro Treffer
* 2000 Bonuspunkte fr den Sieger einer Runde
* 2000 "Blitz"-Bonuspunkte, falls man selbst nicht getroffen wurde. 



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Tastaturbelegung:
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+ , -     : Filtereinstellungen fr Explosionsgerusche vornehmen
T         : Highscoretabelle anzeigen
CTRL      : Spiel abbrechen
Commodore : Spiel pausieren
S         : Punktetabellen fr das letzte Spiel anzeigen
D         : Automatisch ablaufendes Demo abfahren



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Gestaltung
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Im Vergleich zu seinem Vorgnger Raid over Moscow, das immerhin ein Jahr lter ist hat sich bei BH2 so gut wie berhaupt nichts gendert. Bis auf das Titelbild, das das nachbearbeitete digitalisierte Bild eines Hubschraubers zeigt, sind grafische Verbesserung wirklich Fehlanzeige. Insbesondere der dritte Level wirkt sogar noch schlechter und liebloser als alles, was man zuvor von Access Software gewohnt war - das unsgliche Neutral Zone einmal auen vor gelassen. Alles in allem ist die Grafik sehr schlicht, einzelne Sprites bisweilen sogar belst grobgepixelt und blockig. Da wre auf jeden Fall mehr drin gewesen.

Der Sound ist fr ein Spiel von 1985 uerst durchschnittlich. Wren da nicht die von Berkeley beigesteuerten Sprachsamples in ihrer gewohnt leicht dumpf-gequetschten Qualitt, htte man auch hier nichts Besonderes zu vermelden.



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Lsung + Cheats
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* Anfnger sollten zunchst die Alliierten spielen. Bedingt durch den zweiten Level, der fr eine hohe Punktzahl sehr wichtig ist, wren sie hier wohl als Dictator mit den eher komplizierten Steuerungsmechnismen zunchst berfordert. 

* Falls man den Dictator spielt, kann man in Level 2 den ersten Gefangenen automatisch auf die bereitgestellte Mine laufen lassen, indem man ganz einfach nichts tut. Danach kann man den Level dann regulr beginnen lassen.



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Kritik
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Robotron2084: 
Das ist es also - das wohl blutrnstigste und am kontroversesten diskutierte Kriegsspiel der frhen C64 ra. Der mittlerweile dritte Aufguss des in Beach-Head formulierten Erfolgsrezepts schmeckt bereits stellenweise arg schal. Die Grafiken wirken altbacken fr 1985 und die immer wieder gleichen Sounds hat man bereits mehr als einmal zu oft gehrt. An der soundtechnischen Tristesse knnen auch die wirklich coolen, wenn auch sprlich eingestreuten Sprachsamples nicht viel ndern. Was im Gesamteindruck 1983 oder 1984 noch als gut durchging ist sptestens 1985 eben nicht mehr top.

Auerdem hat das Spiel schlichtweg LNGEN! Spielt sich Level 1 noch ganz zackig so sind Level 2 und 4 sind in ihrer epischen Breite einfach ermdend. Mal ganz davon abgesehen, dass das Duell mit dem Dictator mit seiner Einteilung in Runden eher an ein verkorkstes Tennismatch erinnert als an ein nervenaufreibendes Duell. Dazu noch der wirklich schlechte und ebenso de Level 3, den selbst die Atari VCS Version von River Raid problemlos toppen kann, ein Spiel das gut drei Jahre lter ist!

Das Spiel wirkt zerissen, stellenweise unfertig, ist unabwechslungsreich (nur 4 Level), hat ulkige Features wie "Anti-Hubschrauber-Hpfminen" und wandernde Falltren, eine doofe Story, eine Anleitung die wichtige Details einfach verschweigt (z.B. Punktvergabe, dankeschn, hat man als Wiki-Autor jedenfalls was zu tun!) und ein peinliches (Original-)Cover. Wo Raid over Moscow noch unsicher auf dem schmalen Grat zwischen Sci-Fi-Comicfiktion und Glorifizierung republikanisch-patriotischen Gedankenguts balancierte wird bei Beach Head 2 in belster Manier peinlichst losgeklotzt, da knnen die so oft sie wollen von "Alliierten" reden, das Spiel ist ganz klar pro-amerikanisch ausgelegt (siehe Titelmelodie), in einer reisserisch-unschnen Art.

Fr einen Einzelspieler hlt Beach Head 2 wirklich nicht viel parat, das ndert sich natrlich sobald man einen Freund (Feind?) aus Fleisch und Blut am gemeinsamen Schlachten teilhaben lsst. Dann kommt sogar kurz soetwas wie Stimmung auf. Aber auch nur dann. Alles in allem gebe ich Beach Head 2 noch 6 von 10 Punkten, im Zweispielermodus 7."



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Sonstiges
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* Die Happy-Computer Spieleredaktion distanzierte sich in ihrem ersten Spiele-Sonderheft von "blutrnstigen Killerspielen" und erwhnte hierbei ausdrcklich Beach Head 2, das sie durch eine Nichtaufnahme in die Rubrik "Action" boykottierte.
* Die Redaktion des englischen C64-Spielemagazins Zzap! gab dem Spiel satte 90 von 100 mglichen Punkten.
* Ein File der Diskversion hatte den bezeichnenden Titel "I love Omaha". 