Transylvania - Rescue the princess
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Ich wei nicht, ob berhaupt jemand dieses schne kleine Adventure kennt, denn dazu ist es wohl einfach zu alt.

Damit man es besser einordnen kann, hier ein kleiner berblick.

Anfang der Achtziger Jahre programmierte eine kleine Firma namens Penguin Software ein paar nette, kleine Grafik-Adventures, die zum damaligen Zeitpunkt sehr beliebt waren und noch ber Tastatureingabe gesteuert wurden (Transylvania, The Crimson Crown (Transylvania 2), Talisman, Oo-Topos, Coveted Mirror etc.). Die reinen Textadventures, die vllig ohne Grafik auskamen, waren zu dem Zeitpunkt fest in der routinierten Hand der Programmierer von Infocom. Die Point&Click Technik hielt erst spter Einzug mit den Adventures der Firma Icom Simulations (Dj vu I+II, Shadowgate und Uninvited) und natrlich mit Lucasfilms Maniac Mansion.

Mitte der Achtziger Jahre wurden die Adventures vom Herausgeber selber neu aufgelegt und einer Generalberholung unterzogen, die Firma Penguin Software mute sich allerdings in Polarware umbenennen, um einem Rechtsstreit mit der Firma Penguin Books aus dem Weg zu gehen.
Zu diesem Zeitpunkt erschienen die Adventures auch auf den gerade erschienenen 16 Bit Rechnern, dem Atari ST und dem Amiga, die Versionen fr diese Hardware sehen dann auch am besten aus.

Aber nun zur Geschichte:
Der Knigliche Hof der Wallachei sucht einen Retter. Seine Knigliche Hoheit, Knig Johann der Gute, schwrt alle Wanderer und Reisenden darauf ein, dem Knigreich bei seiner Suche nach Prinzessin Sabrina zu helfen, die seit mittlerweile 14 Tagen vermisst wird.
Wer sich in die dunklen Wlder von Transylvanien begibt, sollte ein wachsames Auge auf alle Erscheinungen haben, denn man knnte sogar dem Bsen begegnen, welches Prinzessin Sabrina gefangen hlt. Wer die Prinzessin zurckbringt, kann sich sicher sein, dass Knig Johann selber einen als Helden gebhrend ehren wird.

Dem Spiel liegen eine Ausgabe des Wallachian Herald, der einen kurzen Abriss ber die Geschehnisse des Landes vermittelt, und ein Brief von Knig Johann an die wagemutigen Abenteurer bei, auerdem findet man die Visitenkarte eines Zauberers in der Packung.

Hach, wenn das nicht Ruhm verspricht: Der Retter in der Not, der die verschwundene Prinzessin aus den Klauen der gefhrlichen Widersacher retten darf. Es stellen sich einem im Verlauf des Adventures die typischen Kreaturen entgegen, die man auch in Transylvanien erwarten darf, im Schlo treibt ein Vampir sein Unwesen, der einem den Zugang zu etlichen wichtigen Zimmern versperrt; in den Wldern streift ein Werwolf umher, der einem das Leben schwer macht und sogar eine tdliche Bedrohung darstellt. Es tauchen so ziemlich alle Klisches auf, die man erwarten darf. Was man aus alten Dracula Filmen noch wei, kann man getrost alles verwenden, es hilft einem mit Sicherheit weiter. Insofern sind die Rtsel in diesem Adventure relativ simpel gehalten, man muss also nicht um mehrere Ecken herum denken, sondern sehr geradlinig. Dem sprechenden Frosch mssen Fliegen gefangen werden, diese fngt man am besten mit Fliegenpapier. Die unleserliche Schrift auf einem Baumstumpf macht man am besten mit einer tzenden Flssigkeit wieder sichtbar, den Vampir hlt man sich mit Knoblauch vom Leib, gegen den Werwolf hilft nur Silber; wer das nicht hat, sollte besser die Beine in die Hand nehmen. Routinierte Spieler sollten nicht allzu lange bentigen, bis sie Prinzessin Sabrina befreit und dem Knig zurckgebracht haben. Auch die versprochene Belohnung sollte man nicht gnzlich vergessen. Was knnte man denn als Retter der schnen Prinzessin wohl als Belohnung einstreichen, hm?


Grafik:
hat bei einem Adventure dieser Art eigentlich nur untersttzenden Charakter, auf Amiga oder C64 sind sehr viel bessere Dinge mglich. Einfach, aber liebenswert.

Sound:
er spielt eine vllig untergeordnete Rolle, es ist in diesem Spiel aber auch nicht ntig soundtechnisch wahre Glanztaten zu vollbringen

Bedienung:
Die Steuerung des Adventures erfolgt ausschlielich ber die Tastatur, normalerweise werden simple Zwei-Wort-Kombinationen eingegeben, natrlich ausnahmslos in englischer Sprache, Mitte der Achtziger gab es wenige Adventure Spiele, die komplett in Deutsch waren (auer den deutschen Produktionen), Lokalisierungen bezogen sich hchstens auf ein deutsches Handbuch oder Beiblatt. Mit durchschnittlichen Englischkenntnissen sollte dieses Adventure keine groen Verstndnisprobleme darstellen. Die ein oder andere Vokabel sollte man dann doch nachschlagen. Kompliziertere Konstruktionen an Stzen versteht das Adventure nicht, dazu ist der Parser dann doch zu unausgereift.

Gameplay:
das Spiel findet ausschlielich ber die Eingabe von Tastaturkommandos statt, die Szenenbeschreibungen werden als Texte eingeblendet, die Grafik im oberen Bildschirm dient nicht nur als Untermalung, die Gegenstnde im Bild haben durchaus Bedeutung, die Grafik ndert sich teilweise nach entsprechender Texteingabe (drop note hat zur Folge, da ein Blatt Papier in der Grafik auftaucht).

Fazit:
Der Charme dieses Adventures ist schwer zu beschreiben, vermutlich mu man wirklich in den Achtzigern generell dieses Genre gemocht haben oder schlicht und einfach ein Retro-Fan sein. Es ist nicht besonders umfangreich, nach heutigen Mastben ist die Grafik natrlich indiskutabel, Sound ist keiner vorhanden. Ein paar Englischkenntnisse sollte man haben, viel experimentieren kann man allerdings mit dem Parser nicht, er ist kein Vergleich und erst recht keine Konkurrenz zum Parser der Infocom Spiele, das mu er aber auch nicht, vielen Leuten wird es vllig reichen, wenn man als Ergnzung zum Text auch eine kleine Grafik als Ergnzung hat. Wer Lust hat, sich fr ein paar Stunden in ein kleines mrchenhnliches Gruseladventure zu vertiefen, ist hier sicher gut aufgehoben.
Als Originale sind Polarware Spiele sehr schwer zu bekommen, dafr sind sie dann doch mittlerweile zu selten und eher fest in der Hand von Sammlern. Allerdings sind diese Spiele inzwischen auch sowieso Freeware, und findige Naturen knnen bestimmt die entsprechenden Dateien zum Abspielen mit Emulatoren ausfindig machen. Am gngigsten drfte die C64 Fassung sein, die Atari ST und Amiga Version sollte man sich warm halten, sie haben die bessere Grafik.
Wer diese kleine Adventure-Perle auftreibt, sollte unbedingt mal reinschnuppern.

Daher bitte nicht ber die relativ gute Wertung wundern, der Reiz eines Adventures ist nicht einfach die Addition von Grafik- und Soundwertungen, sondern die Gesamtatmosphre findet darin ihren Ausdruck.

Grafik		4
Sound		0
Steuerung	7
Gameplay	8
Gesamt		6,7  Brauchbar

Negative Aspekte:
Der Schwierigkeitsgrad ist eindeutig zu leicht, der Computer wird niemals voll gefordert. Auerdem ist das Adventure nicht sonderlich lang, zu wenig Rtsel.

Positive Aspekte:
Liebenswerte Mrchen- und Gruselatmosphre



partykiller