Grand Prix Circuit, Accolade, 1988

Schnelle Flitzer

Bei Grand Prix Circuit - kurz GPC - dreht sich alles um die Knigsklasse des Motorsports - um die Formel 1 nmlich. Erhltlich ist das Game nur auf Diskette. Das ist verstndlich, da hufiger mal nachgeladen werden mu.

Whrend der Ladezeit fllt uns ein senkrechter Statusbalken auf, der anzeigt, wieviel schon geladen wurde und wieviel noch geladen werden mu. In der Bildschirmmitte zeigt uns eine Stoppuhr, dass wir noch etwas warten mssen. Eine nette Idee. Es erscheint ein ordenliches Titelbild zusammen mit einer ganz gelungenen Musik. Nachdem das Intro weggeklickt wurde, befindet man sich im Hauptmenu. Hier kann man zwischen den Modi "ben", "einzelnes Rennen" und "Saison" whlen. Ferner einstellbar sind der Schwierigkeitsgrad sowie die Anzahl der Runden pro Rennen. Der Schwierigkeitsgrad bestimmt nicht nur die Strke der Gegner, sondern auch, ob per Hand geschaltet werden muss und welche Auswirkungen ein Ausflug ins Grne oder Kollisionen mit anderen Fahrezeugen haben. Ich entscheide mich fr "Saison". Mir stehen drei Boliden zur Auswahl, die sich durch ihre Fahreigenschaften unterscheiden: Vom Ferrari (niedrigste Endgeschwindigkeit, bestes Handling) ber den Williams bis hin zum McLaren (hchste Endgeschwindigkeit, schlechtestes Handling). Die Auswahlscreens sind nett gemacht. Ich entscheide mich kurzerhand fr den McLaren.

Die Saison sieht brigens folgendermaen aus: Es sind acht Rennen auf acht unterschiedlichen Kursen gegen 9 Gegner zu absolvieren. Punkte gibt es dann 10 pro Sieg, 6 Punkte fr den zweiten usw. Also insgesamt etwas abgespeckt. Eigentlich wren 16 Kurse schn gewesen und ein greres Fahrerfeld htte auch nicht geschadet. Nun denn.

Bevor das erste Rennen absolviert werden kann, ist eine Qualifikationsrunde notwendig: Eine Runde des Parcours ohne "Feindeinwirkung" wird gefahren.. Das ist keine fliegende Runde, vielmehr muss aus dem Stand gestartet werden. Etwas ungewhnlich, aber nicht strend. Man hat brigens nur eine Chance, versemmelt man diese Runde, hat man halt Pech gehabt. Andererseits geht das Prozedere dadurch sehr schnell ber die Bhne. Nach der Qualifikation geht es an den Start. Die Lichtanlage zeigt "grn" und das Feld setzt sich in Bewegung. Zur grafischen Darstellung: Es wurde die Cockpitperspektive gewhlt. Die Gestaltung ist dabei sehr gut gelungnen. Drehzahlmesser, Schaden und Geschwindigkeit sind gut ablesbar, oben auf dem Screen befindet sich eine Kurskarte sowie Rundenzeit und Position.. Wirklich gut gemacht. Das eigentliche Geschehen stellt sich folgendermaen dar: Die gegnerischen Fahrzeuge sind sehr gut gelungen, wirklich schick. Die Strecke bewegt sich etwas ruckelig, das sieht bei Pitstop II oder Super Cycle viel flssiger aus. Aber: Bei GPC kann man die Strecke im gewissen Rahmen verlassen! Also eine ganz andere "Grafikengine". Mit Randbebauung dagegen ist nicht viel: Vor den Kurven warnen uns Entfernungsschilder. Das war es. Schwarze Strecke, weisse Streckenbemalung und in den Kurven bunte Curves. Der Horizont variiert von Strecke zu Strecke. Der Rest nicht. Ausnahme: In Monaco und Detroit gibt es einen Tunnel!

An das Ruckeln hat man sich schnell gewhnt und dann macht das Spiel auch richtig Spa! Das Motorengerusch ist als "sehr gut" zu bezeichnen, das Reifenquietschen eher als "na,ja". Zum Spielablauf: Das Handling ist gut gelungen! Man hat schnell den Bogen raus, den Boliden ber die Piste zu jagen. Die Strecken selbst entsprechen nicht unbedingt ihren Vorbildern. Zwar ist der Verlauf an sich richtig, aber zum Beispiel in Monza ist die erste Schikane so "klein", dass man geradeaus durchbrettern kann. Wrde man das in der Realitt versuchen.......entweder Endstation Kiesbett oder Reifenstapel, man weiss es nicht so genau. Was dagegen super ist: Die Konkurrenten sind "echte" Gegner! Es ist nicht so wie bei Pitstop II, dass man durch's Ziel fhrt und dann per Zufallsgenerator die brigen Zeiten errechnet werden. Nein, hier fhrt jeder Konkurrent sein eigenes Rennen. Leider sind die Fahrzeuge bis auf die Farben identisch, aber hat man erst einmal herausgefunden, welche Farbe zu wem gehrt, kann man einen lstigen Konkurrenten auch mal von der Piste schiessen - und siehe da: Ist sein Fahrzeug zerstrt, steht auch in der Endwertung des Rennes "DNF - Did not finish" hinter dem entsprechenden Namen.

Man hat brigens mehrere Mglichkeiten, ein Rennen nicht zu beenden: Den Motor durch zu sptes Schalten hochjagen, durch stndiges "anecken" (bis die Schadensanzeige voll ist) oder durch einen heftigen Crash (mit einem anderen Fahrzeug oder einer Tunnelmauer). Fr die kleineren Schden: Es gibt eine Boxengasse. Ist der Schaden fr den eigenen Geschmack zu hoch, kann man ihn hier beheben lassen. Natrlich gibt es die Boxencrew nicht in 3D. Es wird eine Draufsicht eingeblendet, wenn man angehalten ist. Aber auch das ist gut gelungen.

Alles in allem ist GPC wirklich ein sehr gutes Rennspiel. Grafik gut, Sound gut, Gameplay gut. Und es macht Spa! auch wenn in Sachen "Realittsnhe" ein paar Kompromisse eingegangen wurden. Zwar knnen sich zwei Spieler nicht gleichzeitg messen, aber zumindest hintereinander: Die besten Zeiten fr die einzelnen Strecken werden nmlich in einer jeweils separaten Bestenliste gespeichert!

Bleibt nur zu sagen :"Gentlemen, please start your engines!"

2002 by MombasaJoe (www.mombasajoe.de)
